Elektromobilität

Mittwoch, September 6, 2017

Fehlende Ladesäule oder zu wenig E-Fahrzeuge - drohendes Henne-Ei-Problem

E-Fahrzeug an Ladesäule
Mit Blick auf drohende Fahrverbote in zahlreichen Innenstädten fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die Potenziale von alternativen Antriebstechnologien endlich konsequent zu nutzen. „Zu wenig E-Fahrzeuge auf den Straßen aufgrund fehlender Lademöglichkeiten, kein Ladesäulenausbau aufgrund zu geringer Fahrzeugzahl - ein solches drohendes Henne-Ei-Problem müssen wir unbedingt vermeiden" so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
 

Förderprogramme für Ladeinfrastruktur

Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sind in den letzten Jahren vor allem die Energieversorger in Vorleistung gegangen. Für eine Million E-Autos auf den Straßen sind 70.000 Normalladepunkte und 7.000 Schnellladepunkte erforderlich. Aufgrund der wenigen E-Fahrzeuge lohnen sich Investition und Betrieb der Ladesäulen allerdings noch nicht. Umso gefragter sind die staatlichen Förderprogramme.
 

Kaufprämie für E-Autos

Die Kaufprämie für Elektroautos wird dagegen von den Verbrauchern kaum genutzt, nicht zuletzt wegen der noch fehlenden Ladeinfrastruktur. „Eine Kaufprämie ist zwecklos, wenn das Produkt nicht attraktiv und bezahlbar ist“ so Kapferer. Die Automobilindustrie ist am Zug, endlich Modelle auf den Markt bringen, die in Preis und Leistung den Nutzererwartungen entsprechen. 
 

Mit 10-Punkte-Papier zu mehr E-Mobilität

Der BDEW schlägt vor: "Wenn die für die Kaufprämie bereitstehenden öffentlichen Gelder - insgesamt 600 Millionen Euro - nicht vollständig abgerufen werden, sollten diese in das Ladesäulenprogramm umgeschichtet werden.“ Damit die nächste Bundesregierung die Hebel in Gang setzt, die was bewegen, hat der BDEW mit seinem 10-Punkte-Papier schon mal vorgelegt. Darunter Punkte wie:
  • Zügiger und unbürokratischer Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur
  • Förderprogramm für private und gewerbliche Ladelösungen.
  • Abbau rechtlicher Hürden für die private Ladeinfrastruktur im Gebäudebestand
  • Schaffung von Rechtssicherheit beim Eichrecht und bei der EEG-Umlage
  • Planungssicherheit und Transparenz bei Fahrzeugdaten und Ladepunktdaten
Ob das Papier tatsächlich auf dem Schreibtisch der Regierung landet bleibt abzuwarten.
Foto: ©Georg Sander - pixelio.de