Förderprogramm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur“

Mittwoch, April 10, 2019

Rheinland-Pfalz gibt Startschuss für klimafreundliche Nahwärme

Rheinland-Pfalz gibt Startschuss für klimafreundliche Nahwärme

„Mit ihrem neuen Nahwärmenetz wird die Gemeinde Ellern zum Energiewende-Pionier: Insgesamt 105 Häuser werden künftig mit erneuerbarer Wärme aus Solarthermie und Holzhackschnitzeln aus der Region versorgt. Damit spart Ellern im Vergleich zur vorherigen Wärmeversorgung 87 % klimaschädliche CO2-Emissionen ein – insgesamt etwa 1.200 Tonnen pro Jahr. Das Besondere: Bundesweit ist es das dritte Nahwärmenetz mit einer großen Solarthermieanlage, die etwa 15 % des Wärmebedarfs liefern wird“, sagte Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken bei der feierlichen Einweihung der Anlage.

Das Umweltministerium hat den Nahwärmeverbund mit rund 400.000 Euro gefördert. Rheinland-Pfalz bezuschusst im Landesprogramm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur“ unter anderem Nahwärmenetze mit bis zu 20 %. Insgesamt hat es bereits 15 Wärmeverbünde– darunter auch die Anlage in Ellern – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 16 Millionen Euro unterstützt.

Bis 2050 wollen wir im Land weitestgehend klimaneutral sein“, erklärte Höfken. „Bei der Stromwende ist Rheinland-Pfalz bereits auf einem guten Weg: Fast jede zweite erzeugte Kilowattstunde Strom stammt aus Erneuerbaren Energien. Bei der Wärmewende gibt es hingegen noch Nachholbedarf“, so Höfken. Der Anteil der Wärmeversorgung aus Biomasse, Wind und Sonne liegt in Rheinland-Pfalz bei etwa 11 %.

Förderung im KfW-Programm Energieeffizient Bauen und Sanieren

Bauherren und Hauseigentümer die sich an ein Nahwärmenetz anschließen lassen, können in der Regel ebenfalls von Fördergeldern z.B. im Rahmen der KfW-Förderprogramme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ profitieren.

Bundeszuschuss für „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ vom BAFA

Das Förderprogramm "Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0" bietet erstmals eine systemische Förderung im Bereich der Wärmeinfrastruktur, mit der nicht nur Einzeltechnologien und -komponenten, sondern Gesamtsysteme gefördert werden. Zu fördernde Wärmenetze müssen sich durch hohe Anteile erneuerbarer Energien, die effiziente Nutzung von Abwärme und ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau im Vergleich zu klassischen Wärmenetzen auszeichnen. Machbarkeitsstudien werden mit bis zu 60 % der förderfähigen Kosten bezuschusst, die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0 mit bis zu 50 % der förderfähigen Vorhabenkosten. Ergänzend kann ein Zuschuss gewährt werden, zum einen für Maßnahmen zur Kundeninformation im Gebiet des geplanten Wärmenetzsystems 4.0 zur Erhöhung der Anschlussquote, zum anderen für projektbezogene wissenschaftliche Kooperationen mit Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zur Unterstützung, Planung, Realisierung und Optimierung sowie Evaluation eines Wärmenetzsystems 4.0.

Foto: Andreas Hermsdorf - pixelio.de