Neue Förderung! Mieterstromzuschlag für Mieterstrommodelle

Dienstag, November 21, 2017

Brüssel gibt grünes Licht für Mieterstrom

Der Mieterstromzuschlag soll Mieterstrommodelle zukünftig attraktiver machen

Die Förderung von Mieterstrom wurde bereits Ende Juli 2017 im Mieterstromgesetz beschlossen. Doch ausgezahlt wurde sie noch nicht. Denn die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission fehlte noch. Am 20. November 2017 hat die Europäische Kommission dem Gesetz nun zustimmt. Damit hat das lange Warten ein Ende, die Förderung kann nun endlich starten.

Nach einer aktuellen Potenzialanalyse für solaren Mieterstrom gibt es allein in den 20 größten deutschen Städten ein Potenzial von bis zu 33.000 PV-Anlagen auf großen Wohngebäuden. Rund 1,4 Mio. Mieter könnten damit Solarstrom beziehen. Bislang rechnete sich Mieterstrom für Vermieter nicht. Den Vorteilen bei Abgaben und Umlagen standen erhebliche Kosten für Abrechnung, Vertrieb und Messungen entgegen.

Mieterstromzuschlag als Abschlag der Einspeisevergütung

Damit Mieterstrommodelle künftig wirtschaftlich attraktiver werden, wird die Lieferung von Strom aus einer neuen Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung bis zu 100 kW nun gefördert. Der Mieterstromanbieter erhält zukünftig einen Mieterstromzuschlag, und kann zusätzlich vom  Erlös aus dem Verkauf des Mieterstroms partizipieren. Der neue Mieterstromzuschlag wird als Abschlag der jeweiligen Einspeisevergütung für den Strom aus PV-Anlagen gewährt. Die Höhe richtet sich sowohl nach der Größe der Haus-Anlage als auch dem Photovoltaik-Zubaus insgesamt und wird voraussichtlich zwischen 2,2 Cent/kWh und 3,8 Cent/kWh liegen.

Diese Anlagen werden gefördert

Für die Förderung muss die Anlage mit bzw. nach Inkrafttreten des Gesetzes am 25.07.2017 in Betrieb genommen worden sind. Der Strom muss im Idealfall durch eine PV-Anlage auf dem Dach des Wohngebäudes erzeugt werden, auch möglich ist die Installation in Wohngebäuden und Nebenanlagen im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang und dann ohne Netzdurchleitung. Der so vor Ort erzeugte Strom muss insbesondere an Mieter im Wohngebäude oder an Endverbraucher im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude geliefert werden. Das Gesetz verbietet dabei die Kopplung des Mieterstromzuschlags an den Mietvertrag und setzt als Preisobergrenze für Mieterstrom 10 % unter dem örtlichen Grundversorgertarif an. Von den Mietern nicht verbrauchter Strom kann ins öffentliche Netz eingespeist und dem endsprechend vergütet oder zwischengespeichert werden.

Förderanspruch im EEG verankert

Nach neuem Mieterstromgesetz und bei Vorliegen aller Fördervoraussetzungen haben Anlagenbetreiber damit zukünftig einen Anspruch auf den Mieterstromzuschlag beim Netzbetreiber. Dieser Anspruch ist wie die Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) verankert. PV-Anlagen mit Mieterstromzuschlag müssen bei der Bundesnetzagentur registriert werden.

www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/mieterstrom.html

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