Steuerförderung des Klimapakets startet

Dienstag, Oktober 22, 2019

Steuerförderung bei energetischer Gebäudesanierung über 3 Jahre hinweg

Klimapaket der Bundesregierung

Im Vordergrund des Klimapakets der Regierung steht die Steuerförderung der energetischen Gebäudesanierung. Und diese ist nun in trockenen Tüchern. Am 16. Oktober 2019 hat das Bundeskabinett den vom Bundesfinanzministerium vorgelegten Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen gebilligt. Damit steht Hauseigentümern eine neue Förderoption offen. Wer in seine selbst genutzte Immobilie investiert und diese energieeffizient modernisiert, kann bis zu 20 %, maximal 40.000 € der Modernisierungskosten verteilt auf drei Jahre von der Steuerschuld abziehen.

Gefördert werden energetische Maßnahmen durch Fachbetriebe an mindestens 10 Jahre alten Gebäuden. Ansetzbar werden Modernisierungen wie: die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken, die Erneuerung der Fenster oder Außentüren, die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage, die Heizungsmodernisierung oder Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.
Im Kalenderjahr der Fertigstellung der energetischen Maßnahme sowie im darauf folgenden Jahr vermindert sich die Steuerschuld um je 7 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um je 14.000 €. Im dritten Jahr nach der Sanierung um 6 %, höchstens jedoch um 12.000 €. Die Förderung kann dabei für mehrere Einzelmaßnahmen an einem Objekt in Anspruch genommen werden, je begünstigtem Objekt bis zum Höchstbetrag von 40.000 € Steuerermäßigung.

Das Gesetz soll für das Steuerjahr 2020 greifen. Somit können die Ausgaben für Sanierungsmaßnahmen erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden. Die Steuerförderung bezieht sich damit auf Modernisierungen, mit deren Durchführung nach dem 31. Dezember 2019 begonnen wurde und die vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind. Die Einhaltung der Voraussetzungen und die Anforderungen der Maßnahmen zur Steuerermäßigung müssen gegenüber dem Finanzamt durch eine Fachunternehmererklärung des ausführenden Handwerksbetriebes bestätigt werden.

 

Steuerförderung, Zuschuss oder Förderkredit?

Die Steuerförderung und die KfW-Förderung (Zuschuss oder Darlehen) gleichzeitig zu nutzen, ist ausgeschlossen. Schon jetzt muss man sich bei der KfW zwischen Zuschuss oder Kredit mit Tilgungszuschuss entscheiden – die Steuerförderung stellt ab 2020 eine weitere Alternative zur Wahl. Es lohnt sich vorab nachzurechnen, um die für sich passende Förderoption zu nutzen. Damit Hauseigentümer den Überblick behalten, plant die Regierung die bestehenden Programme der KfW und des BAFA zusammenzuführen. Der Name des neuen Programms steht bereits. Die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ soll einfacher beantragt werden können und zudem sollen die Zuschussförderungen aufgestockt werden. Bei einer Modernisierung alter Ölheizungen durch energieeffiziente Heizsysteme stellt die Regierung im Klimapaket Zuschussbeträge von bis zu 40 % in den Raum.

Foto: Makro Depecher - pixelio.de