2020 fast doppelt so viele Förderanträge bei BAFA und KfW

Donnerstag, Februar 4, 2021

Nachfrage an den Gebäudeeffizienzprogrammen des BMWi stieg deutlich an

Gebäudeeffizienzprogramme  des BMWi

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) zieht Bilanz. Wie wurden die Förderungen für die Gebäudesanierung im letzten Jahr genutzt? Und was heißt das für die erhoffte Reduzierung der CO2-Emmissionen im Gebäudebereich? Zum Jahresbeginn 2020 hatte die Bundesregierung die Gebäudeförderung novelliert und in diesem Zuge auch die Fördersätze im CO2-Gebäudesanierungsprogramm und im Marktanreizprogramm (MAP) erhöht sowie eine Austauschprämie für Ölheizungen eingeführt. Und das zeigt Wirkung.

Fast doppelt so viele Förderanträge wie im Vorjahr
Die Summe der Förderanträge für die Gebäudeeffizienzprogramme des BMWi hat sich aufgrund der verbesserten Förderbedingungen von 2019 auf 2020 fast verdoppelt – von 326.000 in 2019 auf 600.000. Besonders stark war die Steigerung bei Anträgen für den Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien von ca. 76.000 Anträgen in 2019 auf über 280.000 Anträge in 2020. Knapp zwei Drittel der Anträge wurden hier im Rahmen einer Sanierung gestellt, 110.000 Anträge betrafen den Austausch einer Ölheizung gegen Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien. Bei den geförderten Heizungstechnologien liegt die Wärmepumpe mit 144.000 Anträgen an der Spitze, gefolgt von Biomasseanlagen (96.000) und Solarthermie (58.000). Auf Gashybridheizungen entfielen 37.000 Anträge.

Im CO2-Gebäudesanierungsprogramm bei der KfW gab es 2020 eine knappe Verdoppelung der Zusagen für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus auf 20.000 (2019: 11.000); die bewilligten Einzelmaßnahmen stiegen auf 105.000 (2019: 81.000). Die geförderten Neubauprojekte haben sich deutlich auf 93.000 erhöht (2019: 44.000).

Förderbedingte CO2-Einsparung
Seit 1990 wurden im Gebäudesektor zwar schon über 40 % CO2-Minderung erreicht, aber in den nächsten 10 Jahren bis 2030 – also in einem Drittel der Zeit – müssen gegenüber heute nochmals 40 % CO2-Emissionen bei Gebäuden eingespart werden. Zu diesem ambitionierten Ziel leistet die energetische Gebäudeförderung des Bundeswirtschaftsministeriums einen entscheidenden Beitrag.

Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppeln sich im Vergleich zu früheren gutachterlichen Untersuchungen aufgrund der steigenden Abrufzahlen der Förderprogramme auf 14 Millionen Tonnen bis 2030. Dazu kommen CO2-Einsparungen von 3 Millionen Tonnen aus der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung. Von der seit Januar 2021 geltenden CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme werden weitere, zusätzliche Impulse für Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien auch im Gebäudesektor erwartet.

Weitere Förderverbesserungen in 2021
In der Anfang 2021 gestarteten „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) bündelt die Bundesregierung ihre bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich. Die BEG enthält eine Reihe von Verbesserungen, mit denen die erfolgreiche Entwicklung des vergangenen Jahres fortgesetzt und verstärkt wird: Förderanträge und Abwicklung werden noch einfacher, die Anreize weiter geschärft und noch stärker auf unsere energie- und klimapolitischen Ziele ausgerichtet. Zum 1. Januar 2021 ist mit den Einzelmaßnahmen der erste Teil der BEG in Kraft getreten. Der zweite Teil folgt im Juli 2021. Für die BEG konnte Ende 2020 die Bestätigung der EU-Kommission erlangt werden, dass die Förderung beihilfefrei erfolgen kann. Auch dies wird die Praxis weiter erleichtern.

Bild: © birgitH- pixelio.de