Förderhiglight: Stuttgarter Energiesparprogramm

Donnerstag, September 17, 2020

Zuschüsse zur energetischen Komplettsanierung und für Einzelmaßnahmen

Hauseigentümer der Landeshauptstadt Baden Württembergs sollten das Stuttgarter Energiesparprogramm kennen lernen.

Stuttgart bezuschusst energetische Sanierungen in Wohngebäuden, die aktualisierte Förderrichtlinie zum Programm mit den neuen Fördersätzen ist seit 3. September in Kraft. Das Programm gilt im gesamten Stadtgebiet mit Ausnahme von festgelegten Sanierungs‐ und Entwicklungsgebieten. Gefördert werden energetische Komplettsanierungen und Einzelmaßnahmen an Gebäuden und Wohnungen in Stuttgart, die mindestens vor 15 Jahren bezugsfertig wurden.

15 % bis zu 25 % Zuschuss zur Komplettsanierung
Gebäudeeigentümer können im Rahmen einer geplanten Komplettsanierung zu einem der KfW‐Effizienzhaus‐Standards einen Zuschuss beantragen. Für eine Kombination mehrerer Maßnahmen zur Wärmedämmung und der Effizienzsteigerung des Heizsystems kann in Stuttgart ein Zuschuss von 15 % für ein KfW-Effizienzhaus 115 bis zu 25 % für ein KfW-Effizienzhaus 55 beantragt werden. Eine Bonus-Zuschuss zahlt die Landeshauptstadt für den Einbau ökologischer Baustoffe, bei der Fassadendämmung, bei der Dachdämmung oder für den Einbau von Holz- oder Holz/Alufenstern.
Förderfähig bei Komplettsanierung sind im Einfamilienhaus bis zu 150.000 €, im Zweifamilien- und Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung bis zu 125.000 € je Wohnung, im Mehrfamilienhaus maximal 100.000 € je Förderwohnung.
Bundes-Förderprogramme können mit der städtischen Förderung kumuliert werden, Förderdarlehen der Landesbank (L-Bank) zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Energiediagnose ist Fördervoraussetzung
Voraussetzung für die Förderung einer Komplettsanierung im Stuttgarter Energiesparprogramm ist eine Energiediagnose, die beim Energieberatungszentrum Stuttgart e.V. zu beauftragen ist. Die Energiediagnose ermöglicht es, den Zustand des Gebäudes bewertet zu lassen und Vorschläge für aufeinander abgestimmte Energiesparmaßnahmen zu erhalten. Der erreichbare Effizienzhausstandard und damit verbundene Förderoptionen zum KfW-Effizienzhaus 115, 100, 85, 70 oder 55 werden aufzeigt sowie die Wirtschaftlichkeit der Sanierungsoptionen betrachtet.

Gebäudeeigentümer die einen Antrag stellen wollen und dazu bereits eine vom EBZ erstellte Energiediagnose vorliegt, sollten ihren Antrag unbedingt bis zum 31. Dezember 2020 bei der Bewilligungsstelle einreichen. Weist die Energiediagnose im Vergleich zu der aktuellen Richtlinienfassung höhere Zuschüsse aus, erfolgt die Entscheidung nach den vorherigen Richtlinien vom 6. Juni 2019, beschlossen am 17. Oktober 2019.

zum  Energieberatungszentrum Stuttgart e.V.: https://ebz-stuttgart.de/foerderratgeber/privatkunden

Zuschüsse für Einzelmaßnahmen nach Erstberatung vom EBZ
Für die Durchführung einer Einzelmaßnahme an Außengebäudeteilen oder der technischen Gebäudeausrüstung können Gebäudeeigentümer ebenfalls einen Zuschuss beantragen, auch bei Kombination von einzelnen Maßnahmen, etwa Fenster und Fassade. Voraussetzung für die Förderung ist eine Erstberatung durch das Energieberatungszentrum Stuttgart e.V., die Gebühren dafür übernimmt Stuttgart. Die Förderrichtlinie gibt einzuhaltende Effizienzstandards, Wärmedämmwerte oder technische Voraussetzungen für die Auszahlung der Förderung vor.

So wird die Fassadendämmung je nach U-Wert mit 20 €/m² oder 40 €/m² bezuschusst. Die Dämmung eines Flach-, Steil- oder Schrägdachs wird bei Einhaltung des U-Werts mit 50 €/m² Bauteilfläche gefördert, neue Fenster mit 100,- €/m² Bauteilfläche. Zusätzlich werden Zuschüsse gewährt, wenn ökologische, zertifizierte Baustoffe verwendet werden.

Die Umstellung einer dezentralen Heizung auf eine Zentralheizung fürs gesamte Gebäude wird mit einem Zuschuss von 1.500,- € je Wohnung gefördert, ausgenommen sind Öl-Heizungen. Eine neue Zentralheizung mit Solarthermie, einer Wärmepumpe, einer Holzpellet-Heizung mit Staubfilter oder Nah-/Fernwärme wird mit 2.000 € je Gebäude bezuschusst. Die Installation einer thermischen Solaranlage wird als Einzelmaßnahme mit einem Zuschuss von 0,40 € x jährlicher Kollektorertrag x Anzahl Kollektoren gefördert. Für eine KWK-Anlage beträgt der Zuschuss 6.000,- € je Anlage, mit Option auf eine zusätzliche Förderung. Bei Versorgung von mehr als einem Gebäude über ein Nahwärmenetz kann ein Zuschuss von 2.000 € je weiterem angeschlossenen Gebäude beantragt werden.

mehr zum Programm: https://www.stuttgart.de/leben/wohnen/wohnbaufoerderung/energiesparprogramm.php

Bild von Nicole Köhler auf Pixabay