Zuschuss für energieeffiziente Wärmenetze vom BAFA

Donnerstag, Juli 5, 2018

Ein Jahr Wärmenetze 4.0 – erste Förderbilanz

 Modellvorhaben Wärmenetze 4.0 werden gefördert

Ein Jahr nach der Förderbekanntmachung zu den Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0 zieht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Bilanz. Innerhalb des ersten Jahres sind zahlreiche Anträge beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eingegangen, die das Förderprogramm zur Planung und zum Bau innovativer Wärmenetzsysteme betreffen. Zuschüsse können für Machbarkeitsstudien und zur Realisierung eines Wärmenetzes beantragt werden, das einen hohen Anteil erneuerbarer Energien aufweist, die effiziente Nutzung von Abwärme ermöglicht und auf ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau im Vergleich zu klassischen Wärmenetzen ausgelegt ist.

Doch Ist die Förderung für private Hauseigentümer überhaupt von Interesse?

Antragsberechtigt sind schließlich Unternehmen, kommunale Betriebe oder Zweckverbände, eingetragene Vereine oder Genossenschaften, wenn sie über eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben. Und ob! Denn Wärmenetzte ermöglichen eine hocheffiziente, umweltschonende und kostengünstige Bereitstellung von Wärme und Kälte durch Nutzung von erneuerbarer Energie und Abwärme. Auch für angeschlossene Wohngebiete heißt das, auf umweltschonende und sparsame Heizenergie zurückgreifen zu können. Wird ein Wärmenetz im Ort geplant, kann ein Anschluss ans Netz als mögliche Option ins Auge gefasst werden und eine Einzelheizung im Haus ersparen.

Zuschüsse für Machbarkeitsstudien und Realisierung

Gefördert wurden zunächst Machbarkeitsstudien mit bis zu 60 % der förderfähigen Kosten, die Höhe der Förderung beträgt dabei bis zu 600.000 Euro für eine Studie, die die Errichtung neuer Wärmenetze oder auch die Umwandlung bestehender Netze zu einem Wärmenetzsystem 4.0 untersucht. Mittlerweile wurden dafür 62 Förderanträge gestellt, 39 davon wurden bereits positiv beschieden und Zuwendungen in Höhe von rund 3.7 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Realisierung eines „Wärmenetzsystems 4.0“ wird im Programm im zweiten Schritt mit einem Zuschuss von bis zu 50 % der förderfähigen Vorhabenkosten - bis zu 15 Mio. Euro - gefördert. Die Realisierung setzt ein hohes Maß an Planung, Abstimmung und Finanzierung sowie dem damit verbundenen Zeitaufwand voraus. Nach bisher drei gestellten Anträgen für die Realisierung der Modellvorhaben geht das BAFA aufgrund des regen Interesses der Markteilnehmer von steigenden Antragszahlen aus.

Das Förderprogramm besteht insgesamt aus vier Modulen. Die Förderung für alle Module kann nunmehr beim BAFA beantragt werden. Ergänzend zu Machbarkeitsstudie und Realisierung kann ein Zuschuss für Maßnahmen zur Kundeninformation im Gebiet des geplanten Wärmenetzsystems beantragt werden, um die Anschlussquote an das Modellvorhaben zu erhöhen. Projektbezogene wissenschaftliche Kooperationen mit Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zur Unterstützung, Planung, Realisierung und Optimierung sowie Evaluation eines Wärmenetzsystems werden ebenfalls bezuschusst.

www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Waermenetze/waermenetze

Foto: © Andreas Hermsdorf - pixelio.de