8. November, 2022

BEG 2023 – geplante Förder-Änderungen für Wärmepumpen

Die Anforderungen an Wärmepumpen werden strenger

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Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll erneut geändert werden. Die Gesetzentwürfe der drei BEG-Richtlinien „Einzelmaßnahmen (EM), Wohngebäude (WG) und Nichtwohngebäude (NWG) stehen. Momentan können die entsprechenden Verbände dazu Stellung nehmen. Einige der geplanten Änderungen sollen bereits zum Jahreswechsel in Kraft treten. Andere, vor allem technische Verschärfungen sollen sukzessive angepasst werden, etwa ab 2024, ab 2026 oder sogar bis 2030.
Doch was bedeutet die erneute BEG-Reform für Hauseigentümer die sich längst entschieden haben auf eine Wärmepumpe umzusteigen? Wir fassen die wichtigsten Änderungen speziell für Wärmepumpen zusammen.

Die Zuschüsse im Überblick

Den Zuschuss für eine Wärmepumpe kann beantragen, wer sich an die Spielregeln hält, in dem Fall die Fördervoraussetzungen der BEG-Richtlinie für die Heizungsmodernisierung als Einzelmaßnahme (BEG-EM).

25% Zuschuss
Der Basis-Zuschuss für eine Wärmepumpe im Wohngebäude soll unverändert 25% der förderfähigen Kosten betragen. Förderfähig sind bis zu 60.000 € je im Haus vorhandener Wohneinheit und je Kalenderjahr.

30% Zuschuss
Ein Bonus von 5 % wird gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird. Damit sollen die höheren Investitionskosten für Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen mit 30% bezuschusst werden.

Neu ist, dass der 5%-Bonus auch für Wärmepumpen angerechnet werden soll, in denen ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird. Damit könnte auch für eine Luft-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel der Zuschuss von 30% beantragt werden.

Bis zu 40% Zuschuss
Wer komplett auf die Beheizung mit Erneuerbaren Energien umsteigt und fossile Energieträger (Öl, Kohle oder Gas) endgültig aus dem Haus verweist, kann den Heizungs-Tausch-Bonus von nochmals plus 10% beantragen. Dazu muss die neue Wärmepumpe die noch funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder Gasetagenheizung ersetzen. Das gilt auch für seit mindestens 20 Jahren betriebene Gaszentralheizungen.

Fördervoraussetzung an Energieeffizienz, Schallschutz und das eingesetzte Kältemittel

Als Hauseigentümer und Fachbetrieb ist der Blick in die BAFA-Liste der förderfähigen Wärmepumpen obligatorisch um zu prüfen, ob der  BEG-Zuschuss für die vorgesehene Wärmepumpe grundsätzlich in Frage kommt.
Forderungen stellt die BEG an die Wärmepumpe an sich, also an die Technik die vom Hersteller geliefert wird, hier vor allem an die Energieeffizienz und zukünftig wohl auch an Geräuschemissionen und Schallschutz sowie den Einsatz umweltverträglicher Kältemittel.

Energieeffizienz
So muss die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (kurz ETAs) nach der Öko-Design-Richtlinie die in der BEG geforderten Werte erfüllen. Hier gelten weiterhin die bisherigen Werte, ab 2024 soll die Anforderung der ETAs allerdings angehoben werden.

Natürliche Kältemittel mit geringem Treibhauspotenzial
Neu in der Richtlinie ist, dass Bauherrn hinsichtlich des Einsatzes zukunftssicherer natürlicher Kältemittel beraten und sensibilisiert werden sollen.
So soll im ersten Schritt ab 2023 der Einsatz von Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel empfohlen und mit dem Förderbonus von 5% on Top belohnt werden. Ab 2030 sollen dann nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert werden.

Leise Luft-Wärmepumpen
Weitere geplante, technisch Voraussetzung: Ab Januar 2024 soll bei Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ebenfalls sichergestellt werden, dass das Gerät um 5 dB leiser ist als es die nach EU-Verordnung festgelegten Geräuschemissionsgrenzwerte fordern. Ab 2026 dann sogar um 10 dB leiser.

Netzschnittstelle, Jahresarbeitszahl, hydraulischer Abgleich

Weitere Fördervoraussetzung betreffen die Anlagenplanung, die Installation und den Betrieb, der nicht nur das Haus an sich, sondern auch mehr und mehr das Netz betrifft.

Wärmepumpe als Teil des Stromnetzes
Bereits ab dem 1. Januar 2023 müssen förderfähige Wärmepumpen über Schnittstellen beispielsweise der Standards „SG Ready“ oder „VHP Ready“ verfügen. Über solche Schnittstellen sollen Wärmepumpen automatisiert netzdienlich aktiviert und betrieben werden können. Ab 2024 soll zudem sichergestellt werden, dass Wärmepumpen an ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway angeschlossen werden können.

Jahresarbeitszahl soll wieder als zusätzliche Effizienzgröße eingeführt werden
Als Effizienzgröße für die Förderung einer Wärmepumpe gilt weiterhin die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz(ETAs) gemäß Öko-Design-Richtlinie. Der neue Richtlinienentwurf sieht nun vor: „Wärmepumpen sind zudem so auszulegen, dass mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3 erreicht wird.“
Experten kritisieren bereits, dass die Vorgabe einer Jahresarbeitszahl den dringend nötigen Ausbau von Wärmepumpen im Altbau einschränken könnte. Die von den Herstellern ausgewiesenen Jahresarbeitszahlen werden unter Annahme bestimmten Betriebsbedingungen berechnet, die nicht in jedem Altbau erfüllt werden können. Die tatsächlich erreichte Jahresarbeitszahl kann erst ein Jahr nach dem Einbau der Wärmepumpe bestimmt werden, individuell und im realen Betrieb.

Hydraulischer Abgleich
Der Einbau einer neuen Wärmepumpe im Altbau muss für den BEG-Zuschuss auch jetzt schon mit einer Optimierung des gesamten Heizungsverteilsystems inklusive Durchführung des hydraulischen Abgleichs verbunden werden.
Momentan reicht der hydraulische Abgleich nach Verfahren A. Der jetzige BEG-Entwurf sieht vor, dass ab 2023 das genauere Verfahren B gefordert werden soll, bei dem die raumweise Heizlast berechnet werden muss. Verfahren A soll dann nicht mehr zulässig sein.